Unsere Abenteuer Südamerika endet bereits nach 37 Tagen von ursprünglich ca. 8 Monaten oder ca. 241 Tagen.  

 

Traurig verabschieden wir uns von dem lang ersehnten und geplanten Traum, freuen uns aber auf unsere Familien und Freunde und die Schweiz.

 

Wir hoffen die Situation mit dem Coronavirus wird nicht allzu lange dauern und wer weiss, vielleicht können wir unsere Reise zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen.

 

Bis dahin wünschen wir euch allen gute Gesundheit und

#STAYTHEFUCKHOME 😊!!


Freitag, 27.03.2020 (Tag 37)

Wir landen um ca. 06.30Uhr in Zürich. Bis auf eine Lautsprecherdurchsage, dass man mind. 2 Meter Abstand halten soll (dies wurde von diversen Polizisten/Innen bis zur Passkontrolle kontrolliert), gab es keine weiteren Informationen oder Massnahmen für Heimkehrer bezüglich des Coronavirus. Das finden wir beide etwas eigenartig. Wir nehmen dann direkt den Zug Richtung Bettmeralp, wo wir uns für die nächsten 2 Wochen in Selbstquarantäne begeben zum Schutze der Familien und Freunde.


Donnerstag, 26.03.2020 (Tag 36)

Wir landen mit ca. 3h Verspätung am nächsten Tag in Toronto, was aber nicht weiter schlimm ist, da wir sowieso einen Aufenthalt von mehreren Stunden haben. Noch im Flugzeug werden wir über die aktuelle Lage bezüglich Covid-19 informiert. Alle, die nach Kanada einreisen, müssen in eine 14-tägige Quarantäne und jene, die sich krank fühlen oder Informationen benötigten, können sich am Schalter X melden. Noch bevor wir das Flugzeug verlassen bekommen wir alle zusätzlich eine Wasserflasche, da gemäss Crew alles am Flughafen zu hat. Bevor wir in die Abflughalle gehen können, müssen wir erneut durch eine Sicherheitskontrolle (was aus unserer Sicht sehr unlogisch ist, da wir immer noch im Transit Bereich sind). Diese Sicherheitskontrolle ist normalerweise der Weg um in die USA zu fliegen. Wir müssen also unsere Wasserflaschen, die wir gerade erst erhalten haben, entweder austrinken oder wegwerfen. Nach der Kontrolle geht es den gleichen Weg zurück, biegen nach rechts ab, gehen durch die elektronische Passkontrolle der Kanadier und kommen in der Abflughalle an. Dort sind zum Glück noch einige Shops resp. eine paar Restaurant / Bars offen. Wir 6 machen es uns gemütlich und warten die Stunden bis zum Abflug nach Zürich resp. Frankfurt ab. Wir verabschieden uns von Mareike und Sémir, deren Boarding wenige Minuten vor unserem ist. Pünktlich fliegen wir ab.


Mittwoch, 25.03.2020 (Tag 35)

      Als wir heute Morgen die Whats App Nachrichten lesen trifft und fast der Schlag. Gemäss Mareike, die ebenfalls in der Whats App Gruppe «LOST IN SOUTHAMERICA» ist und die wir bisher nur über den Chat kennen, sei der Flug nach Toronto gestrichen worden. Wir schreiben natürlich sofort der Botschaft, damit wir auf der Liste des organsierten Rückfluges sind, welcher von den Schweizer Behörden für Ende Woche organisiert wird. Wenig später schreibt Mareike erneut und meint, dass der Flug jetzt doch stattfindet, weil das Flugzeug ursprünglich von Buenos Aires gekommen wäre und dieser Flug gestrichen wurde, gibt es jetzt eine Ersatzflugzeug.  Während wir frühstücken versuchen wir uns online einzuchecken. Nach dem 2. Versuch klappt es 😊. Um 12.00 checken wir aus dem Hotelzimmer aus und machen es uns wieder im Hinterhof gemütlich. Essen später noch etwas und gehen dann um ca. 17.30 zum Check-In von AirCanada. Wir geben unser Gepäck auf und hoffen nun, dass unser Flug pünktlich abhebt. Dann treffen wir uns beim Pub Rub Thuesday noch mit Mareike und Sémir, welche wir bis anhin nur über den Whats App Chat kennen. Ebenfalls sind dort zwei Schweizer (Simon und Silvie), welche auf einer 12-montigen Weltreise sind und diese nach 9 Monaten wegen Covid-19 nun abbrechen. Fast pünktlich erfolgt das Boarding. Leider verspätet sich der Abflug nach Toronto um fast 3h. Die Gründe für die Verspätung sind folgende:

  1. Die Fluggesellschaft wollte noch alle Sitze belegen, um möglichst viele Touristen aus Chile auszufliegen.
  2. Das Flugzeug musste auf Grund der zusätzlichen Passagiere mehr Treibstoff tanken.
  3. Gemäss dem Piloten gab es ein Missverständnis mit dem Tower bezüglich der Abflugzeit.

Dienstag, 24.03.2020 (Tag 34)

Die Situation ist weiterhin unverändert. Sitzen rum und machen das Gleiche wie am Vortag 😊.


Montag, 23.03.2020 (Tag 33)

 Wir frühstücken im Hotel unter penibler Einhaltung der Hygienevorschriften unsererseits 😉 und machen uns dann auf in den Terminal. Am Schalter der Air Canada steht zum Glück niemand an und wir können uns schnell über unseren geplanten Flug informieren. Die Frau am Schalter versichert uns, dass die Air Canada Flüge noch bis am Samstag fliegen und wir fix gebucht sind. Erleichtert gehen wir zurück ins Hotel, machen es uns in der Lobby gemütlich und teilen der Botschaft unsere aktuellen Pläne mit. Hier im Hotel hat es einige Schweizer, die entweder bald selbständig zurückfliegen oder auf die Rückholaktion der Schweiz warten. Es ist erst Mittag und es bleibt uns nicht viel anderes übrig als hier im Hotel rumzusitzen. Zum Glück ist das Internet gut und wir können am Tagebuch arbeiten 😊.


Sonntag, 22.03.2020 (Tag 32)

 Wir frühstücken ausgiebig und packen dann unsere Sachen zusammen. Um 15.00Uhr fahren wir Richtung Punta Arenas. Dort angekommen müssen wir noch das Auto volltanken und stellen es dann um 17.45Uhr am Flughafen ab. Den Schlüssel werfen wir in eine bereitgestellte Box, da niemand im Büro von EuropaCar ist. Bis jetzt hat alles gut funktioniert. Als wir die Schalterhallte betreten sehen wir eine lange Schlange von Menschen jeden Alters manche mit Masken (auch wenn oft nicht richtig angezogen) und manche ohne. Wir stellen uns an und treffen wieder die 2 Pärchen (Danny&Lena, Christin&Philipp), welche bereits seit 17.00Uhr dort warten. Während wir warten hören wir eine ältere Frau sagen, dass das Flugzeug überbucht sei. Wir haben uns aber bereits am Mittag eingecheckt und hoffen das alles klappt (da ich (Dani) beim Kauf der Tickets ausversehen den ledigen Namen von Tanja angeben habe und bei der Passnummer eine Zahl vergessen habe 😊). Beim Schalter angekommen gebe ich zuerst mein Gepäck ab und zeige dann meinen Pass und die Boardkarte. Dann ist Tanja an der Reihe. Die Dame hinter dem Schalter fragt Tanja nur, ob Sie Tanja sei und fragt nach der Boardkarte. Als wir ihr sagen ich habe alles auf dem Handy lässt sie uns gehen ohne den Pass von Tanja zu kontrollieren. Wir warten ca. 30Minuten bis wir an Board gehen können. Beim Boarding gehe ich wieder voraus und muss den Pass vorweisen. Tanja, hinter mir, muss nur das Ticket zeigen ohne Pass 😊. Wir landen mit einigen Turbulenzen sicher in Santiago de Chile um Mitternacht und gehen direkt ins Airporthotel, 2 Minuten vom Terminal entfernt. 


Samstag, 21.03.2020 (Tag 31)

Heute machen wir nicht viel. Um 11.30Uhr wollen wir das Auto holen. Als wir bei Büro von EuropaCar ankommen ist es geschlossen. Nachdem wir klopfen erscheint ein Mann an der Tür uns sagt uns, dass sie aktuell keine Autos mehr vermieten. Als wir ihn drauf aufmerksam machen, dass wir bereits ein Auto über RentalCar gebucht haben, meint er, er habe keine Reservation erhalten. Wir erklären ihm kurz unsere Situation und dass wir morgen noch Punta Arenas fahren und von dort mit dem Flugzeug nach Santiago de Chile wollen. Nach einem kurzen Moment des Zögerns, sagt er uns, dass wir kurz warten sollen. Nach wenigen Minuten kommt er zurück und bittet uns hinein. Puuhhh, Glück gehabt!! Kurz darauf haben wir das Auto und fahren zurück zu Wohnung. Am Nachmittag gehen wir dann noch kurz an die frische Luft und schauen dann wir wieder «Narcos», lesen und essen aus «Langeweile» 😊


Freitag, 20.03.2020 (Tag 30)

Und so schnell kann sich alles ändern. Wir stehen auf und erfahren, dass Chile den Notstand nun auf 90 Tage ausgedehnt hat. Langsam macht es für uns immer weniger Sinn hier zu bleiben. Wir entscheiden uns nun einen Flug zurück in die Schweiz zu suchen. Wir finden nach langem hin und her einen Flug am 25.03. der von Punta Arenas nach Santiago de Chile und dann über Toronto nach Zürich geht (alle anderen gehen über Madrid, was wir lieber vermeiden wollen). Jetzt müssen wir nur hoffen, dass: 1. Die Flüge nicht gestrichen werden. 2. Chile bis dann nicht einen kompletten lock down macht und wir die Region nicht mehr verlassen können. 3. Wir eine Transportmöglichkeit von Puerto Natales nach Punta Arenas finden.

 

Am Abend erreichen uns dann bereits wieder neue News. Wir erfahren in unserem WhatsApp Chat, dass es wahrscheinlich besser sei, dass wir nach Santiago de Chile gehen, da die chilenische Regierung über eine Schliessung (Quarantäne) der einzelnen Region diskutiert. Denn falls es keine Flüge mehr gibt, glauben wir, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Rückholung durch die Regierung von dort aus einfacher sei. Wir versuchen dann alle noch einen Flug von Punta Arenas nach Santiago de Chile zu buchen. Bei einigen funktioniert die Kreditkarte nicht. Am Schluss haben wir zum Glück alle einen Flug für Sonntag, 22.03. Wir hoffen, dass dieser nicht im Verlauf der nächsten 2 Tage gestrichen wird. Wir mieten zusätzlich einen Wagen von Puerto Natales nach Punta Arenas von Europacar via CarRental. Zudem buchen wir uns ein Zimmer für 3 Nächte im Hotel direkt beim Flughafen. Später am Abend bekommen wir dann vom Buchungsportal eine Nachricht, in der steht, dass die Übernachtung evtl. nicht durchgeführt werden können auf Grund der Gesamtsituation.

 

Drückt uns die Daumen 😊.


Donnerstag, 19.03.2020 (Tag 29)

 Vom heutigen Tag aus der «Isolation» gibt es nicht viel zu erzählen. Wir kommunizieren viel mit Familie und Freunden über WhatsApp und lesen immer wieder die neusten Nachrichten.  Am Abend treffen wir dann Danny, Lena, Philipp, Christin und Paul-David, die wir vom Nationalpark kennen und die nun alle auch in Puerto Natales ‘gestrandet’ sind. Wir gehen Pizzaessen und besprechen die Möglichkeiten, die wir haben. Alle sind der Meinung, es macht am meisten Sinn mal ein paar Tage oder Wochen hier abzuwarten und zu sehen wie sich die Lage entwickelt. Wir bilden zudem eine WhatsApp Gruppe, damit wir uns gegenseitig über die aktuelle Lage informieren und weiter austauschen können.