Das Frühstück im Restaurant des gemütlichen Albergo ist sehr lecker und wir geniessen es nochmals zusammen zu sitzen und zu quatschen. Danach verabschieden wir und von Papi und Dieter, die mit dem Postauto und Zug zurück nach Basel fahren. Um 09.00 Uhr geht die Reise zu dritt weiter. Für Röbi bleibt keine Zeit zur Angewöhnung, denn es geht direkt 10 Schritte neben dem Albergo steil den Hang hoch. Nach einer halben Stunde erreichen wir eine Ebene, auf der wir für weitere 30 Minuten etwas verschnaufen können, bevor der Weg dann wieder steil ansteigt. Zuerst durch den Wald, dann über Wiesen vorbei an kleinen, schönen Siedlungen und Seen. Wir passieren eine Pferdeherde mit einem Esel, der sehr interessiert an uns ist und ein paar Meter mit uns mitläuft :-). Kurz nach 12.00Uhr erreichen wir den höchsten Punkt von heute, den Passo di Baldiscio (2329m.ü.M.), und steigen noch hinab in die folgende Ebene bevor wir Mittagspause machen. Es ist so schön ruhig hier oben. Man hört nichts ausser Natur... eine einsame Kuh sucht sich ihren Weg durch den sumpfigen Boden und muht ein paarmal unterwegs. Nach 45 Minuten Pause gehen wir weiter zur Grenze Italien-Schweiz und müssen dann ein paar Steine "überklettern" bis wir zum Rand dieser wunderschönen Ebene kommen und eine tolle Aussicht geniessen können. Für die nächsten fast 1,5h sind wir nun in einem sehr steilen Hang auf einem rutschigen mühsamen Weg. Schier endlos müssen wir uns in kleinen Schritten hoch konzentriert da runter schleppen. Immerwieder kommet es zu kleinen Ausrutschern, die einem kurz das Adrenalin hochschiessen lassen. Einmal sind meine Muskeln zu langsam und können den Rutscher nicht aufhalten. Ich lande auf dem Po, rutsche weiter und ende irgendwie auf dem Bauch... Aber ausser kleinen Schürfungen und einem blauen Oberschenkel ist da nichts passiert 😅. Endlich kommen wir dann auf einem breiten nur leicht abschüssigen Weg an und laufen noch 1,5h nach Mesocco. In einem wunderchön ausgebauten Haus haben wir hier unser B&B für die Nacht. Uns gehört der ganze riesige Dachstock, alles wurde vom Besitzer, einem Architekten, neu renoviert. Die nette Bewohnerin Clarissa mit ihren süssen 2 Hunden und 2 Katzen macht Meditation und Massagen und das ganze Haus ist in diesem beruhigenden Stil eingerichtet. Wir dürfen auf der Terrasse unser Nachtessen kochen und unser Zelt im Garten aufstellen, um es noch komplett trocknen zu lassen. Dani war vorher kurz im Coop und es gibt heute Pasta mit Pesto und Käse 😋
Den Rest des Abends suchen wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit in Bellinzona und Umgebug. Es wird Freitag bis Sonntag im Südosten der Schweiz heftig und viel regnen. Wenn die Prognosen stimmen, können wir auf keinen Fall weiterlaufen. Daher habe wir uns entschieden von unserem morgigen Ziel aus (Selma) mit dem Bus nach Bellinzona zu fahren und dort die Regentage als erzwungene Ruhetage zu verbringen. Dani sucht und sucht und findet schliesslich eine AirB&B Wohnung, die wir direkt buchen.
Distanz: 19.5km
Dauer inkl. Pause: 8Std 22min (45min Pause)
Hoch: 1090m
Runter: 1600m
Wetter: sonnig, warm
Weg: Aufstieg einfach, Abstieg sehr steil und ggl. rutschig wegen Tannennadeln am Boden
Anstrengung: mittel
Übernachtung: B&B Origine
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Albergo Mangusta
Mittagessen: Picknick wie immer plus Salatgurke, Brot, Eier, OvoRocks
Abendessen: Pasta mit Pesto und Reibkäse, Rivella
Mehr Informationen zu unserer Tour unter folgendem Link:
Auch heute morgen stehen wir wieder zu einem blauen Himmel auf. Clarissa verwöhnt uns mit einem Frühstück mit feinen Bio Produkten, frischem Brot aus der Bäckerei und mit medidativer Hintergrundmusik. Gesättigt und gleichzeitig total entspannt 😉 verlassen wir das schöne Haus und machen uns an die 1380m Steigung zur Bocchetta de Trescolmen 😅. Durch einen dichten Staudenwald gehts hoch, hoch, hoch. Vorbei an zwei idyllischen Alpen und am Schluss wieder über einen Stein"weg" erreichen wir nach knapp 3,5h den 2172m hoch gelegenen Pass. Über die Alp de Trescolmen beginnt dann der gemächliche Abstieg, immer dem Bach entlang. Als wir an einer Stelle den Bach überqueren müssen, nutzen wir dies direkt um dort Mittagspause zu machen. Röbi und ich kühlen unsere Füsse im Wasser ab und Dani hüpft direkt ganz ins eiskalte Nass 😄. Eine knappe Stunde geniessen wir das Mittagessen, die Sonne und das kalte Wasser. Heute müssen wir noch mehr Höheneter runter als gestern, nämlich 1191m! Uns graut schon von einem mühsamen Abstieg, wenn wir an den gestrigen zurückdenken. Wir werden aber positiv überrascht. Abgesehen von ein paar Stellen, bei denen wir über Steinplatten 'klettern' müssen, ist der Weg einfach und nicht allzu steil. Ab dem Dorf Valbella im Calancatal laufen wir fast nur noch auf einer Teerstrasse, was wir bald an den Füssen spüren. Knapp eine Stunde vor dem Ziel (Selma) passieren wir nochmals ein glasklares 'Badebecken' und machen nochmals einen kurzen Halt um unsere Füsse abzukühlen und ein paar Nüsse zu essen. Das Wasser ist so kalt, dass die Füsse richtig schmerzen, aber irgendwie ist es gleichzeitig eine Wohltat. In Selma angekommen steigen wir ins Postauto und fahren nach Bellinzona. Am schönen Bahnhof belohnen und erfrischen wir uns mit einem kalten Getränk. Röbi hütet dann unsere Rucksäcke während wir im Migros Verpflegung (viel Früchte und Gemüse!! 😋) für die nächsten drei Pausentage einkaufen. Nun steht leider der nächste Abschied an... Röbi hat zwei der strengeren Etappen erwischt und konnte ohne Probleme mit uns mithalten 💪🏻😄. Mit dem Zug fährt er zurück nach Basel. Er und Gisela haben ab Samstag Ferien im Tessin für zwei Wochen gebucht. Wir werden uns also bestimmt bald irgendwo auf ein Znacht oder ein Rivella treffen können 😃.
Distanz: 21.8km
Dauer inkl. Pause: 9Std 31min (55min Pause nach der Alp de Trescolmen und 40min Pause am Fluss Calancasca ca. 30min vor Selma)
Hoch: 1390m
Runter: 1300m
Wetter: sonnig, warm
Weg: einfach, Aufstieg steim
Anstrengung: mittel
Übernachtung: Airbnb Bellinzona
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: B&B Origine
Mittagessen: Picknick plus Cherry Tomaten, Salatgurke, Früchte
Abendessen: Airbnb Bellinzona (Cesarsalat)
Mehr Informationen zu unserer Tour unter folgendem Link:
Wir haben uns für die nächsten 3 Tage viel vorgenommen. Wir wollen 4 Etappen (davon sind 2 sehr kurz mit 3h und 4h) in 3 Tagen schaffen. Wenn Joel 3 Tage mitwandern will, müssen wir es so machen, da wir sonst am Mittwoch Abend auf einer hoch gelegenen Hütte enden, von wo er nicht mehr nach Hause fahren kann. Wir machen uns nach einem fruchtigen Frühstück um halb 8 mit dem Postauto auf den Weg nach Selma. Das Ziel wäre etwas mehr als 1 Etappe zu schaffen und dannn das Zelt nach ca 7,5h an einem kleinen See aufzustellen. Bei bewölktem Himmel und kühler Luft beginnt der Weg mit einer gemächlichen Steigung durch den Wald nach Landarenca. Danach gehts weiter hoch über feuchte bis nasse Wiesen und viele kleinere Bäche. Der Weg ist schlecht gekennzeichnet und wir verlaufen uns ein paarmal. Joel mag soweit gut mit dem Tempo mithalten, obwohl es sein 1.Wandertag, viele Höhenmeter und viel Kilos auf seinem Rücken sind. Die letzte Stunde des Aufstiegs zum Bocchetta di Pianca ist sehr mühsam. Es ist nass, geröllig, steil, rutschig und kühl. Oben angekommen können wir uns wegen der ungemütlichen Kälte und dem leichten Regen nicht ausruhen und müssen direkt den noch schwierigeren Abstieg angehen. Nach ca 30 Minuten treffen wir auf eine junge Wandergruppe. Eine Frau ist ausgerutscht und hat sich dabei den Daumen allen an einem Stein aufgeschnitten. Dani versorgt ihre Wunde und wir entschliessen uns hier endlich eine ganz kurze und ungemütliche Mittagspause zu machen, wir sind schliesslich schon 6 Stunden unterwegs! Nach dem wirklich mühsamen und schwierigen Teil folgt ein einfacher Weg runter zur Alpe d'Örz und wieder hoch auf den Passo del Mauro. Wir sind nun schon 8,5 Stunden unterwegs und wir merken, dass Joel verständlicher Weise - mit seinen Kräften langsam am Ende ist. Vom Pass aus sieht man die Capanna Alpe Cava, das eigentliche Etappenziel, und Joels Laune hellt sich wieder etwas auf 😉. Wir beschliessen es für heute bei einer Etappe zu lassen, alles andere würde keinen Sinn machen. Die gute Laune hält nur kurz, denn wir entdecken den Weg, der zur Hütte führt. Leider sieht dieser ähnlich aus wie der mühsame Abstieg zuvor. Er entpuppt sich als nicht ganz so schlimm, aber dafür zieht und zieht er sich, so dass man das Gefühl hat, man kommt nie bei der Hütte an. Joel kämpft mit jedem Schritt, er ist total k.o. und deshalb sehr langsam unterwegs. Ich kämpfe mit der Kälte und entscheide mich im Schnellschritt schon mal zu Hütte zu gehen und abzuklären, ob noch Betten frei sind. Die Nacht hier oben bei dieser Kälte im Zelt zu verbringen, wollen wir Joel nach diesem Tag nicht antun 😐. Die netten Hüttenwirte Angelo und Adele (Wir hatten mit ihnen schön Email Kontakt) empfangen uns sehr nett und können uns das Rifugio, eine kleine Hütte nur für uns, zur Verfügung stellen. Nach zerrenden 10,5 Stunden unterwegs und nur ca. 40 Minuten Pause, sind wir nun alle drei in der Hütte angekommen und wärmen uns schweigend an einer Kanne Tee auf. Wir beziehen die kleine Hütte und heizen den Ofen an. Dani und ich haben ein schlechtes Gewissen, weil wir im Vorfeld gar nicht gemerkt haben, dass wir Joel so eine strenge Etappe zumuten... Aber nach einer warmen Dusche und vor einem riesigen Topf Pasta sieht die Welt schon wieder ganz anders aus, das sagt auch Joel ☺️ Erschöpft und mit vollem Magen gehen wir in der nun seeehr warmen Hütte früh schlafen.
Distanz: 13.9km
Dauer inkl. Pause: 10Std 17min (ca. 40min Pause)
Hoch: 1730m
Runter: 580m
Wetter: bewölkt, kühl, leichter Regen
Weg: schwierig, Aufstieg zum Bocchetta di Piana Geneura schmal und abschüssig, Abstieg (auch vom Passo del Mauro) sehr steil und geröllig
Anstrengung: mittel bis hoch
Übernachtung: Capanna Alpe Cava (Zelten in nähere Umgebung bei und nach Capanna Alpe Cava möglich)
Toilette/Dusche: ja/ja (Dusche 5CHF).
Morgenessen: Airbnb Bellinzona
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Pasta mit Tomatensauce und Reibkäse, KitKat
Mehr Informationen zu unserer Tour unter folgendem Link:
Wir wachen auf und die Sonne strahlt und aus einem wolkenlosen blauen Himmel an. So lässt es sich gut in den Tag starten ☺️. Wir frühstücken unser Porridge in der warmen Hütte und bestellen frischen Kaffee und Tee dazu. Kurz vor halb 9Uhr laufen wir los und sind nach 30 Minuten schon oben auf dem Forcarella di Lago, dem höchsten Punkt für heute. Ab jetzt geht es nur noch bergab (2000m) bis nach Biasca, dem Etappenziel nach 4h. Danach wollen wir noch ca. 3h der nächsten Etappe machen. Es ist ein schöner Abstieg über Wiesen und durch Wald. Auf ca. 1500m Höhe nach der Alpe di Compiett ändert der Weg - wir sehen für die nächsten 1,5 Stunden nur noch Stufen! Der Weg ist einfach aber die Stufen sind hoch und das geht in die Knie. Joel, der noch vor ein paar Minuten wie ein Duracell Hase den Waldweg hinuntergerast ist, hat nun sichtlich Mühe. Er wird immer langsamer und seine Stimmung betrübter. Für Dani und mich ist es weniger anstrengend und gelenkbelastend die Stufen einfach relativ zügig 'hinunterzufallen', was dazu führt, dass der Abstand zwischen uns und Joel grösser wird. Einer von uns wartet aber immerwieder bis Joel aufgeschlossen hat. Nach über 1400 Stufen und 5 Stunden haben wir alle Biasca erreicht. Joel lässt sich genervt auf den Boden fallen und verkündet uns, er würde heute noch mit dem Zug nach Hause fahren.
Wir haben uns unterwegs aber schon etwas anderes überlegt. Lieber wollen wir den Tag noch zusammen mit Joel verbringen, als zu zweit weiterzulaufen. Wir schlagen Joel vor, uns einen Zeltplatz in Biasca zu suchen, den Nachmittag am/im Bach und die Nacht im Zelt zu verbringen. Wir freuen uns, dass er damit einverstanden ist und essen im Schatten der Kirche gemütlich unser Picknick. Um die alte historische Kirche rum hat es viel gerade Rasenfläche, die ideal wäre zum zelten. Wir witzeln zuerst darüber, beschliessen dann aber wirklich den Pfarrer zu fragen. Wir laufen Richtung Dorf an der neueren Kirche vorbei und Joel, der gut italienisch spricht, fragt den Sakristan. Sandro, wie er heisst, ist super nett und bietet uns direkt 2 Möglichkeiten an. Wir entscheiden uns für die näher gelegene, direkt zwischen der historischen Kirche und dem Friedhof 😅. Falls jemand Fragen stellen oder sich beschweren würde, sollen wir einfach sagen, Sandro habe es uns erlaubt ☺️. Wir stellen unsere Zelte auf, für Joel ist es eine Premiere!! und gehen dann im Coop kalte Getränke und Chips holen. Nur 10 Minuten von der Kirche entfernt, bei der Santa Petronilla, hat es laut Sandro eine guten Spot zum baden. Das lassen wir uns nicht entgehen und geniessen die letzten Sonnenstrahlen am und im kühlen Bach. Zum Znacht lädt uns Joel in die Pizzeria Pomodoro ein und wir geniessen das feine Essen und den Abend zu dritt. Gerade als wir zu unseren Zelten zurücklaufen fängt es an zu Regnen. Schnell rennen wir hoch, nehmen alle Kleider von den Leinen und verschwinden in den Zelten.
Distanz: 9.84km
Dauer ohne Pause: 5Std 15min
Hoch: 160m
Runter: 1850m (mit ca. 1400 Treppenstufen)
Wetter: sonnig, warm
Weg: einfach, viele Treppen
Anstrengung: einfach
Übernachtung: zelten auf Wiese der Kirche Ss. Pietro e Paolo
Toilette/Dusche: nein/nein, Bach in der Nähe direkt neben Kirche oder 10min zu Fuss Santa Petronilla (schöner)
Morgenessen: Porridge, Kaffee, Tee
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Pizzeria Pomodoro
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Wir werden das erste mal um 05.30 Uhr von den unglaublich lauten Kirchenglocken direkt neben uns geweckt. Zum Glück können wir aber nochmals einschlafen und der Wecker geht dann um 06.00Uhr. Ohne Frühstück (denn wir haben noch Cookies vom Coop von gestern) gehen wir los zur Busstation. Wir müssen alle drei zum Bahnhof. Joel fährt von dort zurück nach Baden und Dani und ich wollen einen Zug dem Tal entlang nach Personico nehmen. Diese (zu Fuss 1h) Strecke quer durch Biasca und dann weiter geradeaus der Autostrasse entlang wollen wir uns sparen. Der Bus hat aber Verspätung und wir verpassen natürlich unseren Zug.
Wir verabschieden uns von Joel, der seinen Zug zum Glück noch erreicht. Schön warst du mit uns dabei! Und Chapeau für deine Leistung 👏🏻
Wir nehmen dann den Bus nach Bodio, was uns zwar keine Stunde, aber immerhin 40Minuten Weg erspart. Von dort gehts gemächlich aber stetig hoch, bald durch einen wunderschönen, mit Moos überwachsenen Wald. Wir kommen gut und zügig voran und wollen erst am Etappenziel bei der Capanna d'Efra Mittagspause machen. Auf einem grossen Stein bevor die richtig steile Steigung 😉 beginnt, machen wir kurze 10' Pause und stärken uns mit einem Snickers. Und dann gehts auch schon richtig los. Gute 2 Stunde steigen wir den seehr steilen, stark bewachsenen und überwucherten Hang hinauf. Fast jeder Tritt ist ohne Stock- oder Armhilfe kaum möglich, die natürlichen "Stufen" sind so hoch, dass man sich von einer Position, bei der das Knie höher ist als die Hüfte, hochdrücken muss. Etwa eine halbe Stunde vor dem Pass verlässt mich (Tanja) langsam die Kraft. Ich werde extrem langsam und ist der Tritt zu hoch, falle ich zwei Schritte zurück. Auf einem etwas flacheren Stück zieht Dani die Jacke an, es ist nämlich ganz schön kalt hier oben, und wir essen noch ein paar Nüsse und ein Snickers. Dieser kurze Kick reicht und wir kommen endlich auf dem Passo del Gagnone an, nach 1920 Höhenmetern! Knapp 30 Minuten später setzen wir uns bei der Capanna d'Efra für eine Pause hin. Wir entscheiden uns heute direkt noch weiter in das 3 Stunden entfernte Sonogno zu laufen, womit wir dann doch die 4 Etappen in 3 Tagen geschafft hätten. Also los gehts, wieder gute 1100m nach unten 🥴. Was für ein auf und ab in diesem Tessin!! Die letzte Stunde zieht sich wieder, wir kommen noch in leichten Regen und unsere Knie melden sich immer mehr. Von unterwegs habe wir ein Zimmer in Sonogno reserviert und mit Gisela und Röbi telefoniert. Sie sind ja im Tessin in den Ferien und fahren nun mit dem Auto zu uns und wir gehen gemeinsam essen. Schon wieder werden wir ein feines Restaurant (Ai Piée) eingeladen 🤩. Wir verbringen einen lustigen Abend und schlagen uns den Bauch voll. Das Tiramisu fatta in casa zum Dessert darf natürlich nicht fehlen 😋.
Distanz: 23km
Dauer inkl. Pause: 10Std 10min (60min Pause)
Hoch: 1940m
Runter: 1350m
Wetter: bewölkt, kühl, gegen Ende leichter Regen
Weg: einfach, Mittelteil zum Passo di Gagnone sehr steil
Anstrengung: mittel-hoch
Übernachtung: Ristorante Alpino
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Cookies, Smoothie
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Ristorante-Pizzeria AI Piée (Brione)
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Wieder einer dieser wunderschönen, sonnigen Mörgen ☀️ Bei diesem Wetter läuft es sich leicht und wir haben einen zackigen Schritt drauf. Die heutige Etappe hat zwar wieder einige Höhenmeter, ist jedoch nur mit Schwierigkeit 1 eingestuft. Das bedeutet kein Geröll, nicht allzu steil und gut begehbare Wege ☺️. Genau so fängt es an und wir kommen sehr rasch voran. Es ist eine tolle Strecke und wir geniessen immerwieder die schöne Aussicht an diesem klaren Tag. Bald werden wir aber aus unserem gemütlichen Geniesserrhythmus geholt, denn der Weg wird immer steiler und kann auch nicht mehr wirklich als Weg bezeichnet werden. Hier sind sie wieder, diese hohen Tritte, die unseren Beinen eine gute Stunde lang wieder alles abverlangen. Mit der Schwierigkeitseinstufung sind wir hier nicht einverstanden! Kurz vor halb 1 erreichen wir den Passo di Redòrta und machen kurz danach eine Mittagspause. Wir gehen aber relativ zügig wieder weiter, wir wollen noch unten im Tal ankommen, bevor die Sonne dort weg ist. Nach einem schönen, geschlängelten Panoramaweg, geht es wieder steil die Felswand hinab. Es gibt hier einige Stellen, die über feuchten Stein führen und mit Ketten gesichert sind. Also auch hier: Schwierigkeit 1? Wohl eher nicht! Nach 7,5 Stunden, etwas erschöpfter als erwartet und mit schmerzenden Knien, kommen wir in Prato Sornico an. Es warten schon Gisela, Röbi und Kira mit einer Cooptasche voll feinem Picknick auf uns und mit 2 im Brunnen gekühlten Rivellas ☺️ Sie haben schon nach einem Campingplatz für uns Aussschau gehalten und haben einen Bauern gefragt. Dieser gab das ok, dass wir unser Zelt auf dem Land seiner Tochter aufstellen dürfen. Bevor wir das machen, stellen wir das Zelt aber noch kurz wo anders in die Sonne zum trocknen und waschen uns im Brunnen. Danach geniessen wir zu fünft (Kira bekommt auch einen Klöpfer😉) das gemütliche Picknick im Freien, inklusive frisch gefiltertem Kaffe. Als wir die 100m rüber zum Bauernhof gehen, treffen wir auf den Bauern Giorgio und seine Tochter Chantal. Die beiden sind sehr nett und wir quatschen kurz bevor wir unser Zelt aufstellen gehen. Wir hören, dass Gisela und Röbi immer noch mit Chantal und Giogio am reden sind und gehen auch dazu. Chantal lädt uns alle auf eine Kaffee in ihre Wohnung im oberen Stock des Bauernhofs ein. Was für ein schöner Abschluss dieses Tages ☺️
Distanz: 16.5km
Dauer inkl. Pause: 7Std 27min (ca. 30min Pause)
Hoch: 1250m
Runter: 1410m
Wetter: sonnig, warm
Weg: mittel, letzter Abschnitt zum Passo di Redorta sehr steil, Abstieg zur Alpe Partus sehr steil und zum Teil rutschig
Anstrengung: mittel
Übernachtung: zelten neben Hof
Toilette/Dusche: ja/nein, Fluss Maggia oder Brunnen in der Nähe
Morgenessen: Ristorante Alpino
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Picknick (Klöpfer, Brot, Salatgurke, Cherry Tomaten, Chips, Schokolade, ...)
Mehr Informationen zu unserer Tour unter folgendem Link:
Ach dieses Tessin... Heute stehen wieder 8 Stunden mit 1700m hoch und 1800m runter auf dem Plan 🙈. Wir laufen erst nach 09.00Uhr vom Bauernhof los, heute eher lustlos. Mit diesen Höhenmetern vor der Nase ist die Motivation bei uns beiden nicht wirklich da und wir schleppen uns den Berg hinauf. Der Weg und auch das Wetter meinen es aber gut mit uns und die Laune hebt sich nach der ersten Stunde wieder ein Wenig. Nur der Anstieg über die Felsbrocken bringt uns nochmals richtig ausser Atem und nervt uns nochmal kurz 😉, aber dann sehen wir auch schon von weitem das Rifugio, wo wir Mittag machen wollen. Beim Rifugio angekommen, sehen wir, dass es eine sehr schöne und saubere unbewirtete Hütte ist. Daneben stehen noch andere Steinhäuslein und wir finden einen Schlüssel in der Haupthütte. Bei einem der Häuschen passt er und wir entdecken ein Schlaflager mit 10 Schlaplätzen. In einer nächste Hütte befindet sich ein WC und eine Dusche. Wir sind völlig überrascht von den tolle Hütten und der schönen Alp und überlegen uns während dem Mittagessen, ob wir vielleicht hier bleiben wollen für die Nacht. Es ist zwar erst halb 3, aber wir haben keine Lust auf den steilen Abstieg, den können wir auch morgen machen und direkt die nächste Etappe dranhängen. Wird wohl streng morgen aber schliesslich sind wir wahrscheinlich nur einmal hier oben ☺️. Also es ist entschieden, wir bleiben für den Nachmittag und die Nacht hier. Nach dem Essen stellen wir als erstes das Zelt zum trocknen auf und wollen danach duschen und unsere Kleider waschen. Die grosse Ziegenherde, die jetzt aber gerade das gesamte Rifugioareal in Beschlag genommen hat, macht das ganze etwas schwieriger 😅. Sie stehen auf den Tischen und lecken die 'Essenreste' ab, warten vor der Hüttentür und versuchen hineinzukommen sobald man die Tür öffnet oder schauen uns einfach nur interessiert an. Wir wagen es dann trotzdem unsere Wäsche aufzuhängen und sind froh, dass sie daran nicht sehr interessiert zu sein scheinen. Nach einer guten Stunde sind sie dann auch schon weitergezogen und wir haben den Platz wieder für uns. Es geht aber nicht lange und die nächste Überraschung folgt: Es landet ein Helikopter direkt neben der Hütte und unsere Wäsche... naja, einen Teil konnten wir festhalten, der Rest ist ein wenig durch die Luft geflogen 😂. Aus dem Helikopter steigt eine junge Frau aus, die eine Teil des Wanderwegs abläuft und wie wir später herausfinden, auf der Suche nach 120 Geisen ist. Wir können ihr nur sagen, dass bei uns so um die 40 Geisen waren, was sie schon mal sehr zu freuen scheint. Der Helikopter holt die Frau wieder ab und wir halten alle Kleider fest ☺️. Den Sonneuntergang geniessen wir vom Dach der Hütte aus und freuen uns über die einsame Zweisamkeit an diesem wunderschönen Ort. Und doch folgt dann noch eine Überraschung: Um ca 19.30Uhr erst kommen tatsächlich noch zwei Wanderer bei der Hütte an, die auch hier übernachten wollen. Naja, Platz hats ja genug und schliesslich sind die SAC Hütten für alle, aber nur zu zweit wäre schon auch schön gewesen... Wir kochen dann in der rauchigen (wegen dem Holzofen) Hütte und kommem ins quatschen mit dem Ehepaar aus Lugano. Sie erzählen uns viel über die Geschichte des Bavonatals, in welches wir morgen hinabsteigen und empfehlen uns wärmstens von San Carlo nach Robiei die historisch bedeutsame Gondel zu nehmen. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen 😉 und freuen uns auf einen um ca 2,5h verkürzten nächsten Wandertag.
Distanz: 9.06km
Dauer ohne Pause: 5Std 12min
Hoch: 1510m
Runter: 170m
Wetter: sonnig, warm
Weg: leicht-mittel, letztes Stück zum Bocchetta di Fiorasca sehr steil
Anstrengung: mittel
Übernachtung: Rifugio Fiorasca (unbewirtete SAC-Hütte)
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Porridge mit Heidelbeeren, Kaffee, Tee
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Stocki mit Eierschwämmlisauce, OvoRocks
Mehr Informationen zu unserer Tour unter folgendem Link:
Wir stehen zu einem strahlend blauen Himmel auf und die ersten Sonnenstrahlen treffen schon früh hier oben auf der Alp auf. In der warmen, gemütlichen Hütte machen wir unser Frühstück und machen uns dann bald auf den Weg. Es ist zwar ein steiler aber einfacher Weg durch Wald und entlang von Felswänden über riesige Treppen. Kurz vor Mittag erreichen wir das kleine Dorf Fontana, in dem die Zeit stillgestanden zu sein scheint. Kleine Steinhäuser, schön gepflegte Gärten, kein Strom 😳😅. Wir haben Lust im Restaurant zu Essen und bestellen und u.a. eine Tessinerplatte und gemischten Salat. Gestärkt gehts dann weiter durch das Bavonatal. Wir laufem entlang einem Lehrpfad, welcher über die erst noch vor 100 Jahren herrschende Situation in diesem damals sehr armen Tal erzählt und durchqueren mehrere idyllische Dörfer. Es ist ein sehr heisser Nachmittag und wir haben noch Zeit. Also hüpfen wir noch in die eiskalte Bavona und lassen uns von der Sonne trocknen. Das letzte Dorf am Ende des Tals ist San Carlo. Gerade noch rechtzeitig schaffen wir es auf die letzte Goldel um 17. 00Uhr. Wir sind etwas zwiegespalten... sind sehr froh die Beine etwas ausruhen zu können und die letzten 4km mit der Goldel zu fahren, haben aber auch ein schlechtes Gewissen, dass wir diesen Teil der Via Alpina nicht laufen... Unsere Knie danken es uns 😉 und wir geniessen die Aussicht aus der Gondel. Schon von Weitem können wir unser 'hässliches' Hotel sehen. Ein zylinderförmiger Betonklotz, der ürsprünglich als Unterkunft für die Ingenieure der Staumauer diente. Wir haben hier oben Halbpension gebucht und freuen uns, dass wir uns zum Essen einfach nur hinsetzen können.
Distanz: 20.2km davon 4km mit Luftseilbahn
Dauer inkl. Pause: 8Std 48min (70min Pause in Fontana, 40min baden im Fluss Bavona, 20min Luftseilbahn)
Hoch: 1460m (davon 840m mit Luftseilbahn)
Runter: 1640m
Wetter: sonnig, warm-heiss
Weg: einfach, Abstieg sehr steil
Anstrengung: leicht-mittel
Übernachtung: Albergo Robièi
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Porridge mit Kakao, Kaffee, Tee
Mittagessen: Tessiner Platte und gemischter Salat (Grotto Baloi)
Abendessen: Albergo Robièi
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Die letzte Etappe bevors ins Wallis geht führt uns noch einmal nach Italien. Der Weg führt uns über grün-gelbe Alpenwiesen und vorbei an blauen klaren Seen. Und das erste mal auf unsere Wanderung sehen wir Steinböcke!! Endlich 😍 Sie sind nur ca. 7m von uns entfernt, schauen uns interessiert an, hauen aber nicht ab. So können wir sogar ein paar Fotos von ihnen schiessen. Der Aufstieg ist einfach und gut gekennzeichnet. Nur die letzte halbe Stunde führt wieder über grosse Steine. Kurz vor halb 12 sind wir schon auf der Becchetta di Val Maggia und überqueren die Grenze. Nach einem kurzen steinigen Abstieg laufen wir dan über die wunderschöne Ebene der Laghi Boden und machen eine kurze Mittagspause am einem sonnigen Plätzchen. Zum Schluss gehts nochmals 400m runter, über kleine Abkürzungen, die zwischen einer grossen kurvigen Strasse hinunterführen. Hier in Riale ist es voll mit Menschen und Autos und wir laufen schnell zu unserem Rifugio bim Se (auch wegen dem Regen, der gerade noch eingesetzt hat ca. 5min vor dem Rifugio 😅). Das Restaurant ist komplett voll und läuft auf Hochtouren. Nach ca. 10 Minuten zeigt uns jemand unser Zimmer und wir richten uns ein. Es ist erst halb 3 und wir verschlafen den Nachmittag im gemütlichen Bett. Wir haben Halbpension gebucht und essen am Abend mit nur einem 2. Paar im Restaurant, das von einer jungen Familie geführt wird.
Distanz: 12.4km
Dauer inkl. Pause: 5Std 35min (35min Pause)
Hoch: 740m
Runter: 890m
Wetter: bewölkt, kühl
Weg: einfach-mittel, Abstieg Bocchetta di Val Maggia sehr steil und geröllig
Anstrengung: einfach
Übernachtung: Rifugio bim se (zelten Hochebene Laghi Boden möglich, ca. 1h vor Rifugio bim se, Parkplatz für Zelte und Camper in Riale)
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Albergo Robièi
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Halbpension Rifugio bim se
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Da heute Morgen Regen angesagt ist, schlafen wir etwas länger und gehen erst um halb 9 frühstücken. Zu unserer Überraschung ist es bei einem stark bewölkten Himmel aber bisher trocken geblieben. Ich packe mich ein bisschen dicker ein zum loslaufen, Dani ist immernoch in sommerlicher Montur 😄. Über die Staumauer vorbei am Lago di Morasco gehts los und dann über die herbstliche Hochebene weiter zum Griesspass. Hier überqueren wir zum letzten Mal während unserer Wanderung die Landesgrenze und sind endlich im Wallis angelangt 😃. Eine knappe Stunde laufen wir auf ca. der Passhöhe und haben eine schöne Aussicht auf den Griessgletscher, den Griesssee, die riesigen Windräder und die Strasse, die vom Nuffenenpass runter führt. Der Abstieg geht super und alle Wege sind auffallend deutlich angeschrieben 😉. Zum Schluss laufen wir alles der Ägene entlang runter nach Ulrichen. Die sympathische AirB&B Vermieterin Beatrice empfängt uns herzlich und wir reden ein wenig mit ihr. Wir richten uns kurz in der Wohnung ein, gehen im Volg fürs Znacht und s'Zmorge einkaufen, waschen unsere Kleider und lassen dann die Seele baumeln 😄. Zum Apéro haben wir uns feinen Käse und "Cracker" aus Roggenbrot gekauft. Dazu spielen wir Yatzy und sind danach schon so voll, dass wir auf das Nachtessen verzichten. Aber ein Topf Schoggi Glacé im Bett zu Netflix muss dann doch noch sein 😂😉.
Distanz: 18.3km
Dauer inkl. Pause: 5Std 56min (35min Pause)
Hoch: 750m
Runter: 1190m
Wetter: bewölkt, kühl, Abstieg nach Ulrichen zunehmend sonnig, warm
Weg: einfach
Anstrengung: leicht
Übernachtung: Airbnb Ulrichen (zelten möglich ca. 45min vor Ulrichen am Bach Ägene
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Halbpension Rifugio bim se
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Airbnb
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Auch heute ist ein heisser, sonniger Tag und wir sind motiviert durch das Wallis zu wandern ☺️. Wir laufen alles entlang dem Gomer Höhenweg, mit toller Aussicht, bis nach Bellwald. Dort erfrischen wir uns mit einem kalten Rivella und machen uns an den Abstieg nach Fiesch. Ziemlich müde von den fast 30km und hungrig erreichen wir den schönen Camping Eggishorn und stellen unser Zet in der Sonne auf. Da wir erst gestern einkauft haben gibt es heute ein Spezialgericht: Pasta, Pesto, Reibkäse ☺️ Wir freuen uns richtig darauf und "verschlingen" das feine Essen. Im Capingrestaurant trinken wir noch einen Tee und essen ein Glacé am Stiel. Das ganze wird von einem Handorgelspieler begleitet 😄.
Distanz: 27.9km
Dauer inkl. Pause: 7Std 55min (Pause 30min)
Hoch: 920m
Runter: 1220m
Wetter: sonnig, heiss
Weg: einfach
Anstrengung: leicht
Übernachtung: Camping Eggishorn
Toilette/Dusche: ja/ja (Dusche 3min à 1 CHF ohne Pause)
Morgenessen: Airbnb Ulrichen
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Pasta mit Pesto und Reibkäse
Mehr Informationen zu unserer Tour unter folgendem Link:
Wir laufen wieder einmal etwas später als geplant los, so gegen halb 9Uhr. Die heutige Wanderung ist extrem abwechslungsreich und eine der schönsten unserer Reise! Auf dem Weg zur Burghütte und noch eine Weile danach, steigen wir immerwieder über lange Holztreppen, die den Weg über die Steinige Landschaft vereinfachen. Dann gehts entlang einem Panoramaweg und steil hinauf zur Märjela. Hier oben, auf dieser schönen gelb-grünen Ebene und direkt am Stausee machen wir Mittagspause und stellen unser Zelt zum trocknen auf. Wir wissen schon, was uns nach der Pause erwartet, weil wir diese Wanderung vor einem Jahr in die entgegengesetzte Richtung gemacht haben. Motiviert gehen wir also weiter und nach nur ein paar Minuten liegt er vor uns, der atemberaubende Aletschgletscher! Immerwieder halten wir an um dieses Naturwunder zu bestaunen und Fotos zu schiessen. Das laufen fällt uns sehr leicht bei dieser tollen Aussicht. Ausserde hatten wir den Weg anstrengender in Erinnerung. Wahrscheinich sind wir nach den 6 Wochen wandern doch etwas fitter geworden 😄😉. Auch der letzte Teil der Wanderung überrascht uns nochmals. Der Gratweg zur Riederalp ist jetzt zum Herbstanfang in viele verschieden Farben getaucht und das Abendlicht gibt dem Ganzen eine goldigen Schimmer. Obwohl der Weg sehr einfach und wunderschön war, kommen wir nach 8,5h müde bei der Villa Cassel an. Dieses Hotel ist wirklich interessant. Wir lesen beim Nachtessen die Geschichte der Villa nach und geniessen die Nacht in diesem historischen Gebäude in bequemen Betten ☺️
Distanz: 22.3km
Dauer inkl. Pause: 8Std 43min (60min Pause)
Hoch: 1630m
Runter: 620m
Wetter: sonnig, warm
Weg: einfach
Anstrengung: leicht-mittel
Übernachtung: Villa Cassel
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Porridge, Kaffee, Tee
Mittagessen: Picknick wie immer, inkl. Rivella bei der Gletscherstube Märjelen
Abendessen: Villa Cassel
Mehr Informationen zu unserer Tour unter folgendem Link:
Dieser wunderschöne Sonnenaufgang, den ihr auf dem Foto seht, ist die Aussicht direkt aus unserem Schlafzimmer! Überhaupt, die Morgen gehören auf dieser Reise zu unseren Lieblingsmomenten. Am allerschönsten sind sie draussen, in der Natur, wenn wir im Zelt übernachten oder auch in einer Hütte in der Höhe. Ich weiss, wir haben schon von den mühsamen, kalten, feuchten Morgen erzählt. Aber die kühle, frische Luft, das Farbenspiel des Lichts und die einsame Stille, machen diese kleinen Unannehmlichkeiten allemal wett!! Wenn man dann noch die Hände am Becher mit dem frisch gefilterten Kaffee oder dem heissen Tee wärmen kann, ist der Moment perfekt! Vielleicht werden wir doch noch zu Morgenmenschen? Mal schauen, wie es ist, wenn wir zurück im Alltag sind 😅.
Nach einem sehr vielseitigen, feinen Frühstück, laufen wir kurz nach halb 9Uhr los. Wir haben zum Mittagessen mit Melanie auf der Belalp abgemacht und müssen daher schauen, dass wir es rechtzeitig dorthin schaffen. Wir laufen alles bergab durch den schönen Altschwald und sehen unterwegs ein Gämsi und ein Reh! 😀 Nach knapp 1,5h erreichen wir die Hängebrücke. Etwas mulmig ist uns bei der Überquerung schon... Aber es macht auch mega Spass! Auf der anderen Seite gehts dann wieder bergauf und wir treffen viele Wanderer und viele Ziegen an 😄. Die letzten ca. 50 Höhenmeter bis zum schönen Hotel Belalp führen über steile Steinstufen. Etwa 20 Minuten später erreichen wir Belalp und warten in der Hamilton Lodge noch kurz auf Melanie. Bald kommt sie schon zügigen Schrittes von unten auf das Restaurant zu und wir freuen uns sehr sie zu sehen und ein paar Stunden mit ihr verbringen zu können. Wir essen und quatschen und essen und quatschen 😉 und laufen dann nach dieser langen, schönen Pause alles dem Nessjeri entlang runter bis Nessel. Zwischen Nessel und Mund weist und ein Bauer darauf hin, dass wir noch durch Tunnel müssen, wenn wir diesen Weg nehmen und zeigt uns den richtigen. Wir wittern eine Chance 😉 und fragen ihn gleich, ob das umliegende Land ihm gehöre. Wir haben Glück, es ist sein Land und wir dürfen auch für eine Nacht unser Zelt aufstellen. Nahe bei einer kleinen Suone mit Blick über das Dorf Mund, stellen wir also unser Zelt auf. Wir sind immer noch satt vom grossen Mittagessen und begnügen uns daher mit einer Suppe zum Znacht und sind früh im Bett.
Distanz: 19.8km
Dauer inkl. Pause: 8Std 34min (sehr lange Pause (2Std 20min) mit Melanie bei der Hamilton Logde Belalp
Hoch: 680m
Runter: 1470m
Wetter: sonnig, warm
Weg: einfach
Anstrengung: leicht
Übernachtung: wild zelten 30min vor Mund
Toilette/Dusche: nein/nein, kleine Suone (Bächlein)
Morgenessen: Villa Cassel
Mittagessen: Hamilton Logde
Abendessen: Fertig-Lauch-Kartoffel-Suppe
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Heute ist genau einer dieser schönen Morgen, die wir gestern beschrieben haben. Die Fotos sprechen für sich 😉. Auf der trockenen Steinmauer geniessen wir unser Frühstück und gehen kurz vor halb 9Uhr los. Eine lange Etappe steht uns bevor: 9h55 zeigt es auf der offiziellen Via Alpina Seite ab Mund an und von unserem Übernachtungsstandort sind es noch ca.30 Minuten mehr. Wir rechnen aber mal damit, dass wir etwas schneller sind 😉. Schon bald nach unserem Start, laufen wir alles entlang einer Suone mit graublauem Wasser, der Gorperi Suone. Es ist ein fast ebener, schmaler Weg. Auf der linken Seite ein steiler Abgrund, zum Glück mit Bäumen, die die Sicht etwas versperren, auf der rechten Seite die Suone und daneben der Fels. Wir geniessen diesen Abschnitt sehr, der sich entlang des Felses schlängelt und uns auch immerwieder unter kleinen Felstunneln durchführt. Am hintersten Teil des Seitentals angekommen überqueren wir den Baltschiederbach und laufen dann das Tal auf der anderen Seite wieder nach vorne. Auch hier verläuft eine Suone, die Niwärch Suone. Diese wird jedoch auf schmalen Holzbalken dem Felsen entlang geführt, wofür unsere grossen Rucksäcken zu sperrig sind. Der Weg wäre zu gefährlich und wir nehmen daher die Alternativroute durch den 1,5km langen, stockfinsteren Stollen. Ausgerüstet mit Stirnlampen laufen wir los durch den langen, kalten Tunnel und sehen schon nach ein paar Metern ganz klein und weit entfernt das helle Ende. Nach 20 Minuten sind wir dann froh, wieder das Licht und vorallem die warme Sonne zu erreichen. Noch einige Stunden laufen wir dann der Südrampe entlang Richtung Westen und bestaunen die Weiten des Wallis. Man könnte fast meinen, wir sehen unser Ziel in weiter Ferne 😀. Der Weg zieht sich aber und es ist sehr heiss hier an diesem Südhang. Etwa 30 Minuten vor unserem Ziel, schauen wir nochmals nach, wo genau der Camping ist. Hmmm... wir finden zwar heraus wo, aber sehen gleichzeitig, dass es diesen seit 2019 nicht mehr gibt 🙈 Im Dorf Hohtenn oberhalb von Gampel schauen wir nach einem Plätzchen für unser Zelt, zwischen Hohtenn und Gampel dasselbe. Aber wir finden nichts. Entweder ist man völlig 'ausgestellt' oder am Hang. Noch kurz vor Gampel sehen wir von oben den Fussballplatz - gerade scheint ein Spiel zu sein. Direkt neben dem Fussballfeld hat es weitere Rasenflächen und ein Gebäude mit einem kleinen Restaurant. Wir beschliessen einfach mal nachzufragen, ob wir dort irgendwo unser Zelt aufbauen dürfen. Beim 'Vereinslokal' steht noch ein Container, in dem ein Mann im Griezmann Shirt Pommes und Würste macht. Wir fragen ihn, was er von unserem Plan hält. Er zögert... diese Rasenfläche sei Gemeindeboden und am Wochenende sei dort niemand zu erreichen. Nach ein paar Sekunden winkt er aber mit dem Arm ab und meint: "Ach, stellt doch das Zelt auf, ist schon ok". Sehr dankbar über diese gute Nachricht setzen wir uns auf die Terrasse an einen Tisch und bestellen erstmal Pommes und Cola. Während dem wir da müde aber zufrieden vor uns her mampfen, kommt er an den Tisch und meint, wir können die Mannschaftsgarderobe mit Duschen benutzen, falls wir wollen. Das wird ja immer besser 😄. Danke FC Steg! Direkt neben dem Hallenbad, welches sich auch noch in diesem Gebäude befindet, stellen wir das Zelt auf. Noch nie bisher hatten wir so eine gerade Fläche uns so schön gleichmässig geschnittenes Gras unter dem Zelt 😉.
Distanz: 28.8km
Dauer inkl. Pause: 8Std 58min (45min Pause)
Hoch: 540m
Runter: 1140m
Wetter: sonnig, heiss
Weg: einfach
Anstrengung: leicht-mittel
Übernachtung: Sportplatz Steg
Toilette/Dusche: ja (Vereinsrestaurant) / ja (Heimmannschaftskabine FC Steg)
Morgenessen: Porridge, Kaffee, Tee
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Pommes beim Vereinsrestaurant, Couscous mit Eierschwämmlisauce
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Wie so oft, setzen wir auch heute morgen heisses Wasser auf um Kaffee, Tee und Porridge zu kochen. Nach knapp zwei Minuten klingt das vertraute rauschen des Gases plötzlich ab. Die Gasflasche ist leer!! 🙈 Wir wollten noch in Fiesch eine kaufen, waren aber zu faul für die 10m Umweg und meinten, die wird schon reichen bis Leukerbad 🤦♀️🤦♂️. Naja, wir checken kurz ob am Sonntag morgen etwas offen hat in Gampel und es zeigt uns zum Glück eine Bäckerei an. Wir gehen trotzdem noch nicht sofort los, da wir das Zelt in der Sonne noch etwas trocken lassen wollen. Kurz nach acht ist dann das fast trockene Zelt verstaut und wir laufen zu Bäckerei. Zum Glück befindet sich diese auch direkt neben dem Coop, wo wir uns um 08.45 mit Röbi treffen. Er hat sich kurzfristig entscheiden nochmals einen Tag mit uns mit zulaufen 😊. Wir hocken am Strassenrand und essen unser frisches Sandwich als Röbi auch schon um die Ecke kommt. Er holt sich auch noch eine Kaffee und kurz darauf starten wir zu dritt diese aufregende Etappe. Aufregend daher, weil wir vor Leukerbad die Albinenleitern hoch müssen, für welche man anscheinend unbedingt schwindelfrei sein muss 🙄. Immerhin sei hoch weniger schlimm als runter, haben wir gelesen. Aber zuerst gehts nun sowieso alles entlang einem Panoramaweg, ähnlich wie die Südrampe gestern. Wir machen zwar einiges an Höhenmetern und kommen bei der Wärme ordentlich ins Schwitzen, geniessen aber die schöne und weite Aussicht über das Wallis. Die Landschaft um uns ändert sich ständig. Zuerst trocken und buschig wie in Südfrankreich, dann dichter, kühler Nadelwald, dann heller Laubwald, dann weite Wiesen. Die letzten 30 Minuten vor der Mittagspause laufen wir aber auf einer Teerstrasse. Hungrig setzen wir uns nach 4,5h auf eine Bank und geniessen das vielseitige Picknick. Gestärkt gehts weiter und wir wissen, bald kommen die Leitern. Wir kommen an der Gondelstation in Flaschen vorbei und müssen dort in einen Wald abbiegen. Der Weg führt uns steil hinab... aber wir müssen doch die Leitern hoch...? Und dieses Flaschen lag höher als Leukerbad. Müssen wir die Treppen hoch und dann nochmal runter laufen? Langsam dämmert es uns... Von Albinen nach Leukerbad muss man die Leitern nicht hoch, sondern runter 😳🙈! Ojeoje, da wird uns schon etwas mulmig. Wir blicken direkt in den Abgrund hinab. Wir nehmen unseren Mut zusammen und machen uns ans Werk. Hat man sich mal überwunden, ist es einfach. Eine Leiter runter zu steigen, ist auch mit dem grossen Rucksack keine Kunst. Aber dieser Blick nach unten und die knarrenden Holzverstrebungen der Leitern lassen uns doch ein wenig zittern. Acht Leitern sind es insgesamt und bald ist die letzte auch schon vorbei. Gleichzeitig stolz und etwas erleichtert laufen wir die letzten Meter noch zum Camping von Leukerbad. Wir stellen das Zelt dort in die Sonne, lassen die beiden grossen Rucksäcke auch da und belohnen uns im Dorfzentrum mit einer Erfrischung. Röbi nimmt hier den Bus und fährt noch heute Abend zurück nach Basel. Die Sonne verschwindet früh im Kessel von Leukerbad und wir machen daher auch nicht mehr viel.
Distanz: 20.6km
Dauer inkl. Pause: 7Std 40min (60min Pause)
Hoch: 1190m
Runter: 460m
Wetter: sonnig, heiss
Weg: einfach, bis auf Albinenleitern, da trittsicher und schwindelfrei
Anstrengung: einfach-mittel
Übernachtung: Camping Sportarena Leukerbad
Toilette/Dusche: ja/ja (Wasser nicht heiss)
Morgenessen: Kein Gas mehr, daher Feinbäckerei Wüst
Mittagessen: Picknick wie immer inkl. Cherry-Tomaten, Salatgurke, Ei
Abendessen: Wallisteller, Coup in Pizzeria Giardino
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Früh packen wir alles zusammen, lassen das Zelt aber noch zum trocknen stehen und frühstücken im warmen Aufenthatsraum des Campings. Um 07.45Uhr laufen wir los und machen uns an den steilen Anstief hoch zum Gemmipass. Der Weg ist einfach aber steil und umgeben von eindrücklichen Felswänden. Nach nur 2 Stunden haben wir den Pass erreicht und laufen die schöne Ebene am Daubensee entlang. Hier oben treffen wir einige Wanderer an. Kurz vor dem Hotel Schwarenbach geht unser Weg links ab und führt uns über grüngelbe Wiesen immer höher bis wir nur noch auf grauem Stein laufen. Im Zickzack geht es steil hoch über den Roten Chummen auf 2628m.ü.M. runter ins Tälli und auf der anderen Seite direkt wieder hoch entlang einem schmalen Pfad zum Chindbettipass. Hier oben mit dieser wunderbaren Aussicht über die Engstligenalp und die dahinter liegenden Berge, machen wir eine gemütliche Mittagspause. Der steile Abstieg zur Engstligenalp ist zu Beginn etwas geröllig und rutschig, ist aber schnell überwunden. Zu erste Mal auf unserer Reise sehen wir (wir glauben es zumindest) einen Steinadler. Die Spannweite dieses Vogels beträgt auf jeden Fall mindestens zwei Meter. Die Alp haben wir am 27.12.2019 komplett in Schnee getaucht das letzte Mal gesehen. Wir haben damals Fondue im Iglu genossen. Schon eindrücklich, wie unterschiedlich sich die Landschaft je nach Jahreszeit präsentiert. Wir laufen weiter, vorbei an den Engstligenfällen, die grösser sind als von uns erwartet. Auf dem Weg nach unten reden wir mit einem älteren Herrn aus Adelboden, den es sehr freut, "dass heutzutage Junge Leute noch solche Sachen machen" 😄. Er erzählt uns, er habe vor ein paar Tagen innerhalb von 14 Stunden (am Stück) 3500 Höhenmeter zurückgelegt - nicht schlecht!! So eine krasse Wanderung haben wir noch nie gemacht und er ist mindestens 60 Jahre alt! Die letzte Stunde gehts immer leicht bergab entlang eines Baches, bis wir im Dorf Adelboden angekommen sind. Wir schauen kurz, wo der Camping ist und sind dann innerhalb von ein paar Minuten da. Die laute, lustige Capingbesitzerin meint, sie habe heute noch drei andere Zelte, aber es sollte schon irgendwie passen. Naja, 4 Zelte insgesamt sind ja eigentlich nicht so viele... Aber als wir die kleine Fläche sehen, die für Zelte gedacht ist, wissen wir was sie meint 😅. Wir stellen unser Zelt auf und quatschen mit unseren Zeltnachbarn. 2 junge Männer aus der französisch sprechenden Schweiz, die 2 Wochen mit dem Mountainbike unterwegs sind. Kurz darauf kommen nochmals 2 junge Schweizer, auch sie französisch sprechend. Sie machen die Via Alpina 😃 Es ist das erste mal, dass wir jemanden treffen, der auch die Via Alpina macht. Wir finden bald heraus, das sie die grüne Via Alpina (Vaduz bis Montreux) machen. Im Mai haben sie den ersten Teil gemacht und nun machen sie den 2. Teil. Auch die Campingbesitzerin meinte, sie sehe hier viele Wanderer, die die Via Alpina machen. Uns wird klar, dass sich hier in Adelboden die beiden Wege (rot und grün) kreuzen. Die 2 Jungs laufen morgen auch nach Lenk und für die gehts dann weiter nach Gstaad.
Distanz: 25.1km
Dauer inkl. Pause: 9Std 10min (35min Pause)
Hoch: 1580m
Runter: 1720m
Wetter: sonnig, warm
Weg: einfach, erste 30min des Abstieges vom Chindbettipass geröllig
Anstrengung: mittel
Übernachtung: Camping Albo
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Schokoladenmüsli mit Milch, Birnensaft, Banane, Apfel, Kaffee, Tee
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Cherry-Tomaten, Stocki mit Bratensauce, Schokolade
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Ach wie schön! Wir haben beschlossen heute nur nach Lenk zu laufen, was mit 4h30 angegeben ist. Wir stehen daher erst um 08.30Uhr auf und essen gemütlich Frühstück. Heute inkusive frischer Früchte, die wir gestern Abend noch im Prima geholt haben. Da die Zeit wirklich nicht drängt, lassen wir das Zelt komplett trocknen und laufen erst um halb 11Uhr los. Was haben wir auch heute für ein Tempo drauf! Man könnte fast meinen, es sei jemand hinter uns her 😉. Der Wanderweg ist breit und flach und wir kommen mit einer Leichtigkeit voran, die wir nicht hinterfragen wollen. Es ist sehr schön hier durchs Berneroberland zu wandern und irgendwie anders als bisher... alle sehr gut erschlossen, immerwieder kleine Chalets, viele Kühe, saftig grüne Wiesen und viele Wanderer unterwegs. Nach nur 3,5h treffen wir bereits in Lenk ein und gehen direkt im Coop einkaufen. Gestern Abend haben wir schon aufgelistet, was wir für die letzten 5 Tage unserer Reise noch brauchen und haben daher schnell alles zusammen. Der Camping ist nur 5 Minuten entfernt und wir sind froh, dass noch Plätze frei sind. Sobald das Zelt steht essen wir was Kleines, Duschen und füllen unsere Einkäufe in die Essenssäcke ab. Am Himmel zeigt sich nach wie vor kaum ein Wölkchen... Moment mal... der ganz Himmel im Westen ist plötzlich mit riesigen und sehr dunkeln Gewitterwolken bedeckt. Sie ziehen schnell näher. Ich schaue kurz aufs Handy und sehe eine Wetterwarnung fürs Simmental mit Hagelsturm. Schnell packen wir alles was neben dem Zelt noch rumliegt zusammen, schliessen alle Reissverschlüsse des Zeltes, nehmen das Essen für den Abend mit und laufen zum grossen Gebäude des Campings. Noch auf den Weg (der 1 Minute dauert) fängt es so richtig an zu schütten und wir flüchten in den Aufenthaltsraum. Das Gewitter ist bald vorbei gezogen. Wir verbringen den Rest des Abends trotzdem hier oben, schreiben Tagebuch und kochen in der sauberen Küche unsere Pasta.
Distanz: 14.6km
Dauer inkl. Pause: 3Std 50min (30min einkaufen in Lenk)
Hoch: 700m
Runter: 890m
Wetter: sonnig, warm
Weg: einfach
Anstrengung: leicht
Übernachtung: Camping Seegarten
Toilette/Dusche: ja/ja (Dusche 1CHF à 4min mit Stoppen)
Morgenessen: Porridge mit Kakao, Kaffee, Tee
Mittagessen: Salat und Brot vom Coop 😄
Abendessen: Pasta mit Pesto und Reibkäse
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Heute steht eine Doppeletappe an. Beide sind aber relativ kurz und sollten uns daher keine grosse Mühe bereiten. Auf dem Weg hoch zum Trütlisbergpass hören wir einen Podcast und die Zeit vergeht so sehr schnell vorbei. Wir beschliessen erst kurz nach Lauenen eine Mittagspause einzulegen und holen uns voher noch 2 kalte Rivella im Volg. Auf einer Wiese kurz nach Lauenen stellen wir dann das pflotschnasse Zelt zum trocknen auf und essen hungrig unser Picknick. Nach einer Stunde laufen wir weiter über saftig grüne Wiesen und steigen durch den Wald hoch zum Chrinepass. Nur wenige Minuten danach stehen wir auf einer schönen Alp, sehen einen Brunnen und einen Bauer, der gerade am mähen ist. Die ideale Voraussetzung 😉. Der Bauer meint, es sei seine Alp und wir dürfen zelten wo wir wollen und auch den Brunnen benutzen, das Wasser sei trinkbar. Perfekt! Wir stelle das Zelt auf einer Anhöhe auf, wo es gut durchluftet und von wo wir eine tolle Aussicht haben. Dies ist ziemlich sicher unsere letzte Zeltnacht dieser Reise und wir geniessen nochmals die Natur und die schöne Stimmung hier oben in der warmen Abendsonne.
Distanz: 19.2km
Dauer inkl. Pause: 6Std 51min (60min Pause)
Hoch: 1360m
Runter: 820m
Wetter: sonnig, warm
Weg: einfach
Anstrengung: leicht
Übernachtung: wild zelten ca. 50min vor Gsteig
Toilette/Dusche: nein/nein, Brunnen in der Nähe
Morgenessen: Müsli, Kaffee, Tee, Orangensaft
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Pasta mit Tomatensauce und Reibkäse
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Ein traumhafter Morgen lacht uns entgegen, als wir die "Türe" des Zeltes öffnen. Wir ziehen uns warm an, sitzen vor dem Zelt, essen unser Frühstück und trinken Tee und Kaffee. Wir sehen, wie die Sonne immer mehr der umgebenden Bergspitzen in goldenes Licht taucht und warten und warten... und warten 😉 bis sie endlich auch uns wärmt. Wir nehmen es heute gemütlich, damit wir den letzten Morgen in der Natur nochmals richtig geniessen können. Kurz vor 10 Uhr laufen wir dann los, zuerst ca. 45 Minuten relativ gemütlich runter und geradeaus, bevor der Anstieg beginnt. Oben beim Barrage du Sanetsch angekommen, sehen wir die schöne Hochebene. Die Landschaft hier erinnert uns stark an einen unserer erstem Tage bei der Carschinahütte. Wir umlaufen den blauen See und überqueren die gesamte Ebene bis zum Col du Sanetsch. Die nächsten Stunde gefällt und überrascht uns sehr. Irgendwie haben wir beide die Landschaft heute etwas anders erwartet. Der ganze Boden ist bedeckt mit löchrigen, welligen Steinen. Als wären die Steinflächen vor Jahren weich gewesen und eine riesige Armee wäre darüber gelaufen... Nach diesem letzten Anstieg machen wir nach fast 5 Stunden endlich eine Pause. Wir mussten auf eine Rasenfläche warten, weil wir das Zelt noch etwas trocknen müssen. Nach der Pause gehts nur noch bergab. Zuerst locker dem Tal entgegen und dann folgt der letzte Abschnitt unserer Reise mit Schwierigkeitsgrad 3. Über Leitern klettern wir den engen Felsspalt runter und "seilen" uns an Ketten rückwärts über grosse Steine ab. Alles ist sehr gut mit Seilen abgesichert und es macht uns richtig Spass. Danach folgt der mühsame Teil! Wiedereinmal so ein sehr steiler, gerölliger Weg. Bei jedem Tritt könnte man wegrutschen und Dani fürchtet schon, seine Schuhe gehen so kurz vor dem Ziel noch ganz kaputt. Nach 8h15 kommen wir bei der Auberge de Godey an. Was für eine hässliche, veraltete Hütte! Man hat das Gefühl, unser Zimmer und die Gemeischaftsdusche ist aus Sperrmüllresten zusammengezimmert 😅. Die Besitzerin ist aber sehr nett und unkompliziert. Wir kochen unser Couscous an einer Bank direkt vor der Hütte und setzen uns dann noch in das warme Restaurant.
Distanz: 22.8km
Dauer inkl. Pause: 8Std 15min (50min Pause)
Hoch: 1180m
Runter: 1400m
Wetter: sonnig, warm
Weg: einfach, Absteig nach Godet sehr steil und geröllig
Anstrengung: mittel
Übernachtung: Auberge de Godet
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Müsli, Kaffee, Tee
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Couscous mit grünner Pfeffersauce, Coupe Dänemark (Auberge du Godet)
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Wir laufen im leichten Regen los und schwitzen bald heftig unter den Jacken. Nach einem schönen Pfad durch den Wald gehts nämlich hoch zu einer Alp und dann zum Pas de Cheville. Auf dem Weg nach oben sehen wir zum ersten Mal einen Bergsalamander 😍. Unter den grauen Wolken fühlen wir uns etwas einsam auf dieser weiten Hochebene. Aber nach nur 30 Minuten erreichen wir Anzeindaz, von wo aus wir immerwieder auf grössere und kleinere Wandergruppen treffen. Die Kühe sind hier auf dem Gebiet völlig frei unterwegs und viele süsse Kälber schauen uns interessiert nach. Nach einer ganz kurzen Pause laufen wir noch an Schweinen und Ziegen vorbei (heute scheint der Tag der Tiere zu sein 😍) und erreichen dann die schöne Auberge de Pont de Nant. Im Schlafsaal richten wir uns in einer Ecke ein und setzen uns dann auf die Terrasse. Zum Znacht gibts ein seeehr feines Fondue im gemütlichen Restaurant.
Distanz: 15.2km
Dauer inkl. Pause: 5Std 23min (20 Minuten Pause)
Hoch: 850m
Runter: 960m
Wetter: leichter Regen, bewölkt, kühl
Weg: einfach
Anstrengung: leicht
Übernachtung: Auberge de Pont-de-Nant
Toilette/Dusche: ja/ja
Morgenessen: Auberge de Godet
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Fondue und Coupe Dänemark in der Auberge de Pont-de-Nant
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Der zweitletzte Tag! Kaum zu glauben, dass wir schon so weit gekommen sind und schon soviel Zeit vergangen ist! Am Tag nach dem letzten Fondue hatten wir sehr viel Energie und sind nur so drauf los gelaufen. Wir sind seeehr optimistisch, dass dies heute auch so sein wird 😄. Zu unserer Überraschung starten wir zu einem blauen Himmel. Eigentlich war Regen und Gewitter angesagt und wir waren nicht mal sicher, ob wir deshalb die Etappe heute, die bis auf 2500m.ü.M. geht, machen können. Nach einem gemütlichen Start durch den Wald, steigen wir innerhalb von zwei Stunden 1040m hoch auf den Col des Perris Blancs. Etwa nach der Hälfte des Aufstiegs teilt sich der Weg in einen rot weissen (Bergwanderweg) und einen blau weissen (Alpinweg) auf. Der "offizielle" Via Alpina Weg geht die blau-weiss Richtung, ist aber als normaler Bergwanderweg angegeben... Wir entscheiden und für den Alpinweg, schliesslich könnten wir immer noch umdrehen wenn nötig. Nach kurzer Zeit merken wir, dass hier mal rot weisse Markierungen waren, die blau übermalt wurden. Der Weg wird nicht unterhaltet und wurde deshalb zum Alpinweg umbenannt, von der Schwierigkeit her ist es nämlich kein Problem. Noch vor dem Mittag erreichen wir den Col des Perris Blanc - wie uns plötzlich klar wird - der zweitletzte unserer Wanderung... Die Sicht ist heute nicht sehr gut aber wir sehen ganz knapp noch den Genfersee von hier oben. Mit diesem Bild vor unseren Augen wird uns nochmals die grosse Distanz, die wir in den knapp 8 Wochen zurückgelegt haben, klar! Es folgt ein kurzer, leicht gerölliger aber einfacher und schöner Abstieg zur Cabanne de la Tourche. Hier machen wir 20 Minuten Pause und checken nochmals das Wetter. Es ziehen immer mehr Wolken auf und Regen ist auf den frühen Abend angesagt, aber kein Gewitter. Schnellen Schrittes laufen wir weiter und befinden uns plötzlich auf einem wunderschönen Panoramaweg. Von hier aus sehen wir wie sich der schmale Weg weit dem Berg entlang schlängelt und zum Schluss im Zickzack auf den Col du Demècre aufsteigt. Wir sind hin und weg von dieser schönen Umgebung und die Kilometer ziehen schier ohne Anstrengung vorbei. Beim letzten Aufstieg zeigt sich uns der Herbst das erste Mal in seiner vollen Pracht. Fast wie gemalt, sind wir von grünen, roten, orangen und gelben Farbtönen umgeben. Schnaufend und zufrieden erreichen wir die moderne Cabanne du Demècre. Auch hier haben wir einen Platz im Schlafsaal und wegen COVID gehört die oberste Etage nur uns 😊. Ca. 50m von der Hütte entfernt hat es zwei Bio- Klos und kaltes Wasser zum waschen. In der Hütte rechnen wir unsere Lauf- und Höhenmeter zusammen 😉, spielen Yatzy, schreiben Tagebuch und bekommen Spaghetti mit Tomatensauce und geschnittenen Würstchen 😆 zum Znacht serviert.
Distanz: 16.5km
Dauer inkl. Pause: 6Std 32min (20min Pause)
Hoch: 1630m
Runter: 530m
Wetter: sonnig, warm, letztes Drittel bewölkt und neblig
Weg: mittel
Anstrengung: leicht-mittel
Übernachtung: Cabane du Demècre
Toilette/Dusche: ja/nein, Waschbecken vorhanden
Morgenessen: Auberge de Pont-de-Nant
Mittagessen: Picknick wie immer
Abendessen: Spaghetti mit Tomatensauce und Wurstscheiben in der Cabane du Demècre
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Etwas komisch fühlt es sich schon an... Es liegen nur noch 2000 Höhenmeter und ca. 4 Stunden zwischen uns und unserem Wanderziel. Mit diesem speziellen Gefühl packen wir um 7 Uhr ganz leise unsere Schlafsäcke zusammen und schleichen aus dem Schlafsaal. Als erstes steht ein Gang zur Toilette an (die sich ja draussen befindet) und wir werden direkt umgehauen. Ein gelb-oranges Wolkenmeer liegt vor unseren Füssen! Wortlos stehen wir einfach nur da und sehen die Sonne langsam aufgehen. Aber auch nicht allzu lange, denn es ist wirklich kalt 😄🙈.
Nach dem feinen Frühstück (Wir sind übrigens Fan geworden von Birnensaft und Birnenkonfi) machen wir uns an den letzten Abstieg. Kurz zeigt sich uns nochmals der schöne Ausblick über die Wolken und Bergspitzen, bevor wir dann lange vom Hochnebel umgeben sind. Wir durchwandern nochmals die verschiedenen Vegetationsstufen, brauchen auf dem einfachen Abstieg wenig Konzentration und können so die Gedanken etwas ziehen lassen... Nach nur 3,5 Stunden überqueren wir die laute Autobahn und erreichen den Bahnhof von Vernayaz. Stolz, glücklich und etwas verwirrt stehen wir nun da, am Ziel unserer Wanderung.
Distanz: 11.7km
Dauer inkl. Pause: 3Std 45min
Hoch: 100m
Runter: 2010m
Wetter: neblig, wolikg
Weg: einfach-mittel
Anstrengung: leicht-mittel
Übernachtung: Zuhause in Basel :-)
Toilette/Dusche: ja/Ja
Morgenessen: Cabane du Demècre
Mittagessen: Gemischter Salat in Brig
Abendessen: Pizza
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